MARBACH AM NECKAR: Wegen schweren Landfriedensbruchs und eines versuchten Tötungsdelikts ermittelt die Kriminalpolizei Ludwigsburg nach einer Auseinandersetzung zweier rivalisierender Gruppen, die am Samstagabend in Marbach einen Schwerverletzten und mindestens sechs Leichtverletzte gefordert hat.
Den bisherigen Ermittlungen zufolge hatte es bereits am Nachmittag in Tamm eine Auseinandersetzung zwischen russischstämmigen Personen aus Ludwigsburg und vermutlich kurdischen jungen Männern aus dem Raum Marbach gegeben, nach der man sich offensichtlich für den Samstagabend zu einer „Klärung“ der Angelegenheit im Bereich des Marbacher Bahnhofs verabredet hatte. Nachdem gegen 22:00 Uhr mehrere Fahrzeuge an der Ampel in der Schillerstraße abgehalten hatten, um nach links in Richtung des Bahnhofs abzubiegen bzw. geradeaus in Richtung Erdmannhausen zu fahren, stürmten 20 bis 30 Personen der kurdischen Gruppierung auf die Autos zu. Während einige Fahrer daraufhin ihre Wagen beschleunigten, blieb ein 19-Jähriger stehen. Während er und seine drei Mitfahrer von einem der Angreifer mit einer Schusswaffe bedroht wurden, schlugen andere mit Stangen, Baseballschlägern und einem Beil auf den VW Golf ein. Der Fahrer und sein 20-jähriger Beifahrer wurden dabei leicht verletzt.
Am Dienstag, gegen 18:00 Uhr, betrat ein bislang unbekannter, männlicher Täter, kurz vor Ladenschluss, ein Juweliergeschäft in der Altstadt. Der Täter bedrohte die Geschäftsinhaberin mit einer Pistole und forderte sie auf den Tresor zu öffnen. Er raubte eine unbekannte Anzahl an Schmuckstücken und Bargeld im Gesamtwert von mehreren tausend Euro. Der Täter flüchtete dann zu Fuß. Das Raubgut deponierte er in einer mitgebrachten schwarzen Tasche und in einer vorgefundenen Plastiktasche. Der Flüchtige war etwa 30 Jahre alt, 1,65 Meter groß, schlank und hatte kurze, dunkle Haare. Er war mit einer schwarzen Lederjacke, darunter mit einem dunklen Oberteil, einer dunklen Hose und schwarzen Turnschuhen mit roten Schnürsenkeln bekleidet.